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BWA

BWA lesen und verstehen: Wie liest du deine BWA Zeile für Zeile, vom Umsatz bis zum Ergebnis?

Um eine BWA zu lesen, gehst du die kurzfristige Erfolgsrechnung von oben nach unten durch. Gesamtleistung minus Wareneinsatz ergibt den Rohertrag, davon gehen Personalkosten und übrige Kosten ab. Entscheidend ist, ob die Zeile Wareneinkauf oder Warenverbrauch heißt. Für Gaststätten nennt die BMF-Richtsatzsammlung 2025 im Mittel 72 Prozent Rohgewinn, also 28 Prozent Wareneinsatz.

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BWA lesen und verstehen: alle Zeilen mit Beispiel, das Video

Eine BWA für ein Restaurant, Zeile für Zeile: Umsatz, Wareneinkauf, Kostenarten, Betriebsergebnis und Vorjahresvergleich. Dazu, warum Gewinn nicht Geld ist und wo die Ursache einer gestiegenen Zeile steht.

Die Stimme im Video ist KI-generiert. Die Zahlen sind Beispielwerte, die App-Ansicht zeigt Demo-Daten.

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So liest du eine BWA: von oben nach unten. Umsatz minus Wareneinsatz ergibt den Rohertrag, davon gehen Personal und die übrigen Kosten ab. Das gehen wir jetzt an einem Beispielmonat durch.

Ganz oben steht die Gesamtleistung. In den meisten Restaurants ist das der Umsatz, hier achtzigtausend Euro. Darunter der Wareneinsatz mit vierundzwanzigtausendvierhundert Euro. Die Spalte daneben zeigt den Anteil an der Gesamtleistung: dreißig Komma fünf Prozent.

Achte auf den Namen dieser Zeile. Heißt sie Wareneinkauf, steht dort alles, was im Monat gebucht wurde, auch Ware, die noch im Lager liegt. Heißt sie Warenverbrauch, ist der Bestand eingerechnet. Im Beispiel macht das einen ganzen Prozentpunkt aus.

Und Wareneinkauf heißt selten nur Lebensmittel für die Küche. Auf der Rechnung vom Großhandel stehen Getränke, Spülmittel und Servietten neben dem Fleisch. In der BWA landen sie oft zusammen in einer Zeile, als Sammelposition. Der Wareneinsatz deiner Speisen ist deshalb meist kleiner, als die Zeile zeigt.

Was nach der Ware übrig bleibt, ist der Rohertrag. Für Gaststätten nennt die Richtsatzsammlung im Mittel zweiundsiebzig Prozent, also achtundzwanzig Prozent Wareneinsatz.

Unter dem Rohertrag stehen die Kostenarten. Die größte sind die Personalkosten, hier dreiunddreißig Prozent. Dann die Raumkosten mit Pacht und Energie, Versicherungen, Abschreibungen und Reparaturen. In den sonstigen Kosten stecken zum Beispiel die Gebühren für Kartenzahlung. Zusammen sind das zweiundvierzigtausend Euro Gesamtkosten.

Rohertrag minus Gesamtkosten ergibt das Betriebsergebnis, hier dreizehntausendsechshundert Euro. Es zeigt, ob dein Restaurant mit dem eigentlichen Geschäft Geld verdient. Danach kommen Zinsen und Steuern, und ganz unten steht das vorläufige Ergebnis.

Wichtig: Das vorläufige Ergebnis ist kein Kontostand. Tilgung, Privatentnahmen und die Umsatzsteuer kosten Geld, ohne das Ergebnis zu senken. Umgekehrt bei Anschaffungen: Was mehr als achthundert Euro netto kostet, wird über mehrere Jahre abgeschrieben. Das Gerät im Beispiel ist komplett bezahlt, in der BWA steht aber jedes Jahr nur ein Fünftel. Gewinn ist nicht Geld.

Rechts neben jeder Zeile stehen die Werte seit Januar. Im Vorjahresvergleich steht daneben derselbe Monat im letzten Jahr. Im Beispiel ist der Umsatz um gut acht Prozent gestiegen, die Ware um über dreizehn. Genau so ein Abstand ist der Anlass, genauer hinzusehen.

Und jetzt die Frage, die dir die BWA nicht beantwortet: Warum ist die Zeile Wareneinkauf gestiegen? Dort steht eine Summe. Ob ein Preis seit drei Lieferungen höher ist, eine Kiste berechnet wurde, die nie ankam, oder eine Gutschrift fehlt, steht nur auf der einzelnen Rechnung.

Das liegt nicht an deiner Steuerkanzlei. Für Steuern und Abschluss braucht sie diese Tiefe nicht. Ob eine Rechnung zur Lieferung passt, prüfst du im Betrieb. Und wenn die BWA für einen Monat kommt, läuft der nächste schon.

RechnungsWächter, dein digitaler Mitarbeiter, prüft jede Lieferantenrechnung Position für Position, sobald sie da ist. Abweichungen bei Preis, Menge und Pfand siehst du mit Beleg, die Reklamation ist vorbereitet. Und deine Wareneinsatzquote siehst du im laufenden Monat, aus geprüften Rechnungspositionen.

Was du davon hast? Zehn bis fünfzehn Stunden Arbeit pro Woche, die nicht mehr in Belegen stecken. Im Durchschnitt rund drei Prozent weniger Wareneinsatz. Und wenn die BWA kommt, kennst du die Zahlen schon. Teste RechnungsWächter vierzehn Tage kostenlos. Der Start: dreißig Minuten Kennenlernen an deinen eigenen Belegen. Der Link steht in der Beschreibung.

Was ist eine BWA?

BWA steht für betriebswirtschaftliche Auswertung. Sie ordnet die Zahlen der Buchhaltung so, dass du den Monat oder das Quartal auf einer Seite siehst. Wer die BWA lesen will, fängt mit der kurzfristigen Erfolgsrechnung an. Sie führt vom Umsatz bis zum vorläufigen Ergebnis.

Macht dein Steuerberater die Buchhaltung, kommt die BWA von ihm. Laut DATEV ist die Standard-BWA, die BWA-Form 01, die am häufigsten verwendete Form. Zum Paket gehören neben der Erfolgsrechnung weitere Auswertungen: die Bewegungsbilanz, die statische Liquidität, der Vorjahresvergleich und der Wertenachweis. Der Betriebswirtschaftliche Kurzbericht verdichtet dieselben Zahlen auf die wichtigsten Größen.

Die Zeilennamen in diesem Ratgeber folgen der DATEV-Standard-BWA. Laut DATEV können die Positionen je Kontenrahmen davon abweichen. Bei der BWA auf Basis von Kontenzwecken lässt sich die Beschriftung einzelner Zeilen ändern.

So sieht eine BWA aus: ein Restaurant im März

Die kurzfristige Erfolgsrechnung ist eine Rechnung von oben nach unten. Hier ein vollständiges Beispiel für ein Restaurant. Alle Zahlen sind Beispielwerte für den März, ohne Umsatzsteuer.

ZeileMärz% Ges.-Leistung
Umsatzerlöse80.000 Euro100,0
Gesamtleistung80.000 Euro100,0
Wareneinkauf24.400 Euro30,5
Rohertrag55.600 Euro69,5
Sonstige betriebliche Erlöse0 Euro0,0
Betrieblicher Rohertrag55.600 Euro69,5
Personalkosten26.400 Euro33,0
Raumkosten6.400 Euro8,0
Betriebliche Steuern300 Euro0,4
Versicherungen und Beiträge900 Euro1,1
Fahrzeugkosten400 Euro0,5
Werbe- und Reisekosten600 Euro0,8
Kosten der Warenabgabe1.800 Euro2,3
Abschreibungen1.500 Euro1,9
Reparatur und Instandhaltung1.000 Euro1,3
Sonstige Kosten2.700 Euro3,4
Gesamtkosten42.000 Euro52,5
Betriebsergebnis13.600 Euro17,0
Neutraler Aufwand, hier Zinsen400 Euro0,5
Neutraler Ertrag0 Euro0,0
Ergebnis vor Steuern13.200 Euro16,5
Steuern vom Einkommen und Ertrag0 Euro0,0
Vorläufiges Ergebnis13.200 Euro16,5

Als Rechenweg sieht das so aus:

Gesamtleistung − Wareneinsatz = Rohertrag

plus sonstige betriebliche Erlöse ergibt den betrieblichen Rohertrag

Betrieblicher Rohertrag − Gesamtkosten = Betriebsergebnis

minus neutraler Aufwand, plus neutraler Ertrag ergibt das Ergebnis vor Steuern

Ergebnis vor Steuern − Steuern vom Einkommen und Ertrag = vorläufiges Ergebnis

Lies die Tabelle in vier Blöcken: Was kommt herein, was kostet die Ware, was kostet der Betrieb, was bleibt übrig. Die Abschnitte unten gehen diese Blöcke einzeln durch.

Umsatz und Gesamtleistung: Was kommt herein?

In der ersten Zeile stehen die Umsatzerlöse. Laut DATEV sind das die betriebstypischen Erlöse, in einem Restaurant also Speisen und Getränke. Erlöse, die nicht zum eigentlichen Betriebszweck gehören, kommen erst weiter unten als sonstige betriebliche Erlöse.

Darunter folgen Bestandsveränderungen und aktivierte Eigenleistungen. Die Bestandsveränderungen betreffen fertige und unfertige Erzeugnisse, nicht den Warenbestand im Lager. In einem Restaurant stehen dort fast immer Nullen. Dann ist die Gesamtleistung gleich dem Umsatz.

Speisen und Getränke getrennt ablesen

Die BWA zeigt den Umsatz in einer Summe. Getrennt siehst du ihn in der Summen- und Saldenliste, die dein Steuerberater mitschicken kann. Dort stehen die Erlöse nach Steuersatz auf eigenen Konten, im Kontenrahmen SKR 03 zum Beispiel 8300 für 7 Prozent und 8400 für 19 Prozent.

Seit dem 1. Januar 2026 gelten für Speisen im Restaurant 7 Prozent, für Getränke 19 Prozent (§ 12 Abs. 2 Nr. 15 UStG). Das Erlöskonto mit 7 Prozent zeigt deshalb ungefähr deine Küche, das mit 19 Prozent deinen Tresen. Mehr zu den Steuersätzen steht im Ratgeber Kalkulation in der Gastronomie.

Dasselbe geht beim Einkauf. Wareneingang mit 7 und mit 19 Prozent Vorsteuer steht ebenfalls auf eigenen Konten, im SKR 03 zum Beispiel 3300 und 3400. Damit rechnest du zwei Quoten statt einer. Ein Beispiel mit Beispielwerten für denselben März:

BereichErlöseWareneingangQuote
Küche, 7 Prozent52.000 Euro17.400 Euro33,5 Prozent
Tresen, 19 Prozent28.000 Euro7.000 Euro25,0 Prozent
Zusammen80.000 Euro24.400 Euro30,5 Prozent

Die Gesamtquote von 30,5 Prozent wirkt unauffällig. Getrennt zeigt sich, dass die Küche deutlich teurer einkauft als der Tresen. Ganz sauber ist die Trennung nicht: Milch für den Kaffee kaufst du mit 7 Prozent ein, verkaufst sie aber im Getränk mit 19 Prozent. Als Richtung reicht sie trotzdem.

Wareneinsatz: Heißt die Zeile Wareneinkauf oder Warenverbrauch?

An dieser Zeile hängt fast alles, was du aus der BWA über deine Küche und deinen Tresen ablesen kannst. DATEV nennt drei Varianten, wie der Wareneinsatz in die BWA kommt. Du erkennst sie am Namen der Zeile.

  • Wareneinkauf: Der Wareneinsatz wird dem Einkauf gleichgesetzt. Darin steht, was im Monat an Ware gebucht wurde, egal ob sie schon verbraucht ist.
  • Warenverbrauch: Der Wareneinsatz ist genau ermittelt und umgebucht. Dafür braucht es einen ermittelten Warenbestand am Ende des Zeitraums. Die Bestandsveränderung ist also eingerechnet.
  • Wareneinsatz in %: Der Wert ist als Prozentsatz von Gesamtleistung oder Umsatz angesetzt. Er zeigt dann, was angenommen wurde, nicht was passiert ist.

Welche Variante bei dir eingestellt ist, beantwortet dein Steuerberater in einem Satz.

Wareneinkauf ist selten nur Lebensmittel

Die Zeile heißt Wareneinkauf, aber darin steckt meist mehr als die Ware für die Küche. Auf einer Rechnung vom Großhandel stehen Getränke, Spülmittel, Servietten und Reinigungsmittel neben Fleisch und Gemüse. Je nach Buchung landen diese Positionen gemeinsam in der Zeile, als Sammelposition für Lebensmittel, Getränke und Non-Food.

Für dich heißt das: Der Wareneinsatz deiner Speisen ist meist kleiner, als die Zeile zeigt. Wie fein getrennt wird, entscheidet die Buchung. Ob Hygieneartikel und Verbrauchsmaterial bei dir im Wareneinkauf oder auf einem eigenen Konto stehen, zeigt der Wertenachweis.

Rechenbeispiel: Was im März in deiner Zeile Wareneinkauf steht

Im Beispiel heißt die Zeile Wareneinkauf. Die 24.400 Euro sind also die im März gebuchten Lieferantenrechnungen für Ware. Geteilt durch 80.000 Euro und mal 100 ergibt das 30,5 Prozent.

Das Lager ist im März aber gewachsen. Am 1. März lag Ware für 6.200 Euro im Lager, am 31. März für 7.000 Euro. Der Warenverbrauch ist damit 24.400 plus 6.200 minus 7.000, also 23.600 Euro.

Größeals Wareneinkaufals Warenverbrauch
Wareneinsatz24.400 Euro23.600 Euro
Anteil an der Gesamtleistung30,5 Prozent29,5 Prozent
Rohertrag55.600 Euro56.400 Euro
Rohertrag in Prozent69,5 Prozent70,5 Prozent
Spalte Aufschlag227,9 Prozent239,0 Prozent

Ein Prozentpunkt Unterschied, ohne dass in der Küche etwas anders lief. Die 800 Euro Ware sind gekauft und gebucht, aber noch nicht verkauft. In der Zeile Wareneinkauf wirkt der März deshalb teurer, als er war. Im April kehrt sich das um: Schrumpft das Lager wieder, ist der Einkauf kleiner als der Verbrauch, und der April wirkt günstiger.

Wie du den Warenverbrauch mit deinen eigenen Beständen rechnest, zeigt der Ratgeber Wareneinsatz berechnen.

Was sagt dir der Rohertrag?

Der Rohertrag ist das, was vom Umsatz nach der Ware bleibt. Aus ihm zahlst du Personal, Miete, Energie und alle übrigen Kosten. Im Beispiel sind das 55.600 Euro, mit Warenverbrauch 56.400 Euro.

Die Spalte Aufschlag rechnet laut DATEV mit dem Wareneinsatz als Basis. Sie setzt Rohertrag und betrieblichen Rohertrag ins Verhältnis zum Wareneinsatz. Das ist dieselbe Formel wie beim Rohgewinnaufschlagsatz. Im Beispiel kommen auf jeden Euro Wareneinsatz rund 2,28 Euro Rohertrag. Mehr zur Formel steht im Ratgeber Rohgewinnaufschlagsatz.

Zum Vergleich gibt es zwei amtliche Quellen. Die Richtsatzsammlung des Bundesministeriums der Finanzen nennt für Gaststätten Rohgewinn und Rohgewinnaufschlag. Den Wareneinsatz haben wir daraus abgeleitet:

Kennzahl, Gaststätten, 2025RahmenMittelsatz
Rohgewinn in Prozent des wirtschaftlichen Umsatzes64 bis 80 Prozent72 Prozent
Rohgewinnaufschlag auf den Wareneinsatz178 bis 400 Prozent257 Prozent
Wareneinsatz, abgeleitet als 100 minus Rohgewinn20 bis 36 Prozent28 Prozent

Das Statistische Bundesamt hat für 2019 die Rohertragsquote von Restaurants mit Bedienung nach Umsatzgröße ausgewertet. Sie steigt mit der Größe des Betriebs:

Restaurants mit Bedienung, JahresumsatzRohertragsquote 2019
unter 100.000 Euro65,8 Prozent
100.000 bis 200.000 Euro67,4 Prozent
200.000 bis 500.000 Euro68,5 Prozent
500.000 Euro bis 1 Million Euro69,2 Prozent
über 1 Million Euro71,2 Prozent

Das Beispiel liegt mit 69,5 Prozent Rohertrag im Rahmen der Richtsätze und unter dem Mittelsatz von 72 Prozent. Die Richtsätze rechnen allerdings mit dem Bestand und über ein ganzes Jahr. Sie ziehen außerdem unentgeltliche Wertabgaben vom Wareneinsatz ab, etwa Zuwendungen an das Personal. Eine Monats-BWA mit Wareneinkauf rechnet weder mit dem Bestand noch über das Jahr.

Laut Vorbemerkungen sind die Richtsätze ein Hilfsmittel der Finanzverwaltung, um Umsätze und Gewinne zu verproben. Sie gelten nicht für Mittel- und Großbetriebe. Was ein Abstand zum Richtsatz für deinen Betrieb bedeutet, klärt dein Steuerberater.

Die Kostenarten Zeile für Zeile

Unter dem betrieblichen Rohertrag stehen die Kostenarten. Zusammen ergeben sie die Gesamtkosten. Die Liste unten zeigt die Zeilen, wie sie in einer Standard-BWA typischerweise heißen. Welche Konten genau in einer Zeile stecken, zeigt der Wertenachweis zur BWA.

ZeileWas in einem Restaurant meist darin steht
PersonalkostenLöhne und Gehälter, Aushilfen, Sozialabgaben, Beiträge zur Berufsgenossenschaft
RaumkostenPacht oder Miete, Nebenkosten, Strom, Gas, Wasser, Reinigung der Räume
Betriebliche Steuernzum Beispiel die Grundsteuer, wenn dir das Gebäude gehört
Versicherungen und BeiträgeBetriebshaftpflicht, Inventarversicherung, Beiträge zu Verbänden und Kammern
FahrzeugkostenKraftstoff, Wartung und Versicherung des Firmenwagens
Werbe- und ReisekostenAnzeigen, Flyer, Werbung im Netz, Reisekosten
Kosten der WarenabgabeVerpackung für Speisen zum Mitnehmen, Ausgangsfrachten, oft auch Provisionen für den Verkauf
Abschreibungender jährliche Wertverlust von Küche, Einrichtung und Kasse
Reparatur und InstandhaltungReparaturen an Geräten, Wartung der Kühlung, kleine Instandsetzungen
Sonstige KostenGebühren für Kartenzahlung, Telefon, Software, Buchführung und Beratung und alles, was keine eigene Zeile hat

Drei Zeilen sorgen in der Gastronomie besonders oft für Fragen.

  • Wo stehen die Gebühren für Kartenzahlung? Meist bei den sonstigen Kosten, gebucht als Nebenkosten des Geldverkehrs. Sie wachsen mit jedem Gast, der mit Karte zahlt.
  • Wo steht die Provision des Lieferdienstes? Das hängt vom Konto ab, das deine Kanzlei wählt. Als Verkaufsprovision landet sie oft bei den Kosten der Warenabgabe, sonst bei den sonstigen Kosten. Der Wertenachweis zeigt es.
  • Warum stehen die Abschreibungen manchmal nur im Dezember? Weil sie oft erst zum Jahresabschluss gebucht werden. Dann wirken elf Monate besser, als sie sind. DATEV empfiehlt, kalkulatorische Werte wie Abschreibungen monatlich zu buchen.

Abschreibungen: bezahlt, aber nur zum Teil in der BWA

Abschreibungen verteilen größere Käufe auf mehrere Jahre. Was mehr als 800 Euro netto kostet, darf in der Regel nicht sofort ganz als Kosten gebucht werden (§ 6 Abs. 2 EStG). Es wird über die Nutzungsdauer verteilt.

Ein Beispiel mit Beispielwerten: Ein Gerät für 6.000 Euro wird über fünf Jahre abgeschrieben. Bezahlt ist es sofort und komplett. In der BWA steht aber jedes Jahr nur ein Fünftel, also 1.200 Euro, bei monatlicher Buchung 100 Euro im Monat. Im Monat des Kaufs zeigt die BWA deshalb einen kleinen Teil der Ausgabe, das Konto die ganze.

Personalkosten und ihre Quote

Die Personalkosten sind in fast jedem Restaurant die größte Kostenart. Ihre Quote liest du in derselben Zeile ab, in der Spalte % Ges.-Leistung.

Personalkostenquote = Personalkosten ÷ Gesamtleistung × 100

Im Beispiel sind das 26.400 geteilt durch 80.000, mal 100, also 33,0 Prozent. Zusammen mit dem Wareneinkauf binden Ware und Personal 63,5 Prozent der Gesamtleistung.

Eine amtliche Vergleichszahl für die Personalkosten von Gaststätten gibt die Richtsatzsammlung nicht an. Der DEHOGA Bundesverband schreibt in seinem Papier vom 11. Juli 2025, die Personalkosten lägen schon heute in vielen klassischen Betrieben bei über 40 Prozent vom Umsatz. Das ist eine Angabe des Verbands, kein Richtwert für deinen Betrieb. Selbstbedienung und Bedienung am Tisch liegen weit auseinander.

Bist du Einzelunternehmer, steht dein eigener Lohn nicht in den Personalkosten. Was du dir auszahlst, ist eine Entnahme und läuft am Ergebnis vorbei (§ 4 Abs. 1 EStG). Ein Vergleich mit einer GmbH, deren Geschäftsführer ein Gehalt bekommt, hinkt deshalb.

Betriebsergebnis, neutrales Ergebnis, vorläufiges Ergebnis

Nach den Gesamtkosten folgen drei Ergebniszeilen. Jede beantwortet eine andere Frage.

  • Betriebsergebnis: Verdient dein Restaurant mit seinem eigentlichen Geschäft Geld? Es ist der betriebliche Rohertrag minus Gesamtkosten. Im Beispiel 13.600 Euro.
  • Ergebnis vor Steuern: Was bleibt nach Zinsen und Dingen, die nicht zum Tagesgeschäft gehören? Laut DATEV stecken im neutralen Aufwand Zinsaufwand und sonstiger neutraler Aufwand. Im neutralen Ertrag stehen Zinserträge, sonstige neutrale Erträge und verrechnete kalkulatorische Kosten.
  • Vorläufiges Ergebnis: das Ergebnis vor Steuern minus Steuern vom Einkommen und Ertrag. Bei einem Einzelunternehmen steht dort oft null. Die Einkommensteuer ist eine private Steuer des Inhabers und taucht in der BWA meist nicht auf.

Warum vorläufig? Die BWA zeigt den Stand der Buchhaltung an dem Tag, an dem sie erstellt wurde. Was bis dahin nicht gebucht ist, fehlt. Landet eine Lieferantenrechnung für März erst in der April-Buchhaltung, wirkt der März günstiger und der April teurer.

Dasselbe gilt für Kosten, die einmal im Jahr kommen. Ein Beispiel mit Beispielwerten: Eine Versicherung über 2.400 Euro wird im Januar bezahlt. Ohne Abgrenzung steht der ganze Betrag im Januar. Mit monatlicher Abgrenzung stehen in jedem Monat 200 Euro. DATEV empfiehlt für ein möglichst genaues vorläufiges Ergebnis drei Dinge: den Wareneinsatz genau ermitteln, Ausgaben monatlich abgrenzen und kalkulatorische Werte wie Abschreibungen buchen. Ob das bei deinem Monatsabschluss passiert, entscheidet sich zwischen dir und deinem Steuerberater.

Die Spalten: Monat, aufgelaufen und Vorjahr

Neben den Zeilen stehen Spalten. DATEV beschreibt sie so:

SpalteWas sie zeigt
Monatswertden Betrag der Zeile im Monat oder Quartal
% Ges.-Leistungdie Zeile als Anteil an der Gesamtleistung
% Ges.-Kostendie Kostenart als Anteil an den Gesamtkosten
% Pers.-Kostendie Zeile im Verhältnis zu den Personalkosten
AufschlagRohertrag und betrieblicher Rohertrag im Verhältnis zum Wareneinsatz
Kumulierter Wertdieselben Zahlen aufgelaufen seit Beginn des Buchungsjahres

Im Beispiel machen die Personalkosten 62,9 Prozent der Gesamtkosten aus, die Raumkosten 15,2 Prozent. Die Spalte % Ges.-Kosten zeigt dir also, welche Kostenart dein Betrieb vor allem trägt.

Aufgelaufene Werte gleichen Monate aus

Ein einzelner Monat schwankt. Im Januar kommen weniger Gäste, im Dezember mehr, und eine Rechnung landet im falschen Monat. Die aufgelaufenen Werte rechts glätten das. Mit Beispielwerten für Januar bis März:

ZeileMärzJanuar bis März
Gesamtleistung80.000 Euro210.000 Euro
Wareneinkauf24.400 Euro, 30,5 Prozent66.000 Euro, 31,4 Prozent
Personalkosten26.400 Euro, 33,0 Prozent75.600 Euro, 36,0 Prozent

Der März allein sieht gut aus. Aufgelaufen liegen Ware und Personal höher, weil die ersten Monate schwächer waren.

Der Vorjahresvergleich zeigt die Richtung

Der Vorjahresvergleich ist eine eigene Auswertung. Laut DATEV stellt er jedem Wert den Wert desselben Zeitraums im Vorjahr gegenüber und zeigt die Veränderung absolut und in Prozent. Bei einem Betrieb mit Saison ist das der verlässlichste Blick auf den Monat, denn er vergleicht März mit März.

ZeileMärz VorjahrMärzVeränderung
Gesamtleistung74.000 Euro80.000 Europlus 8,1 Prozent
Wareneinkauf21.500 Euro24.400 Europlus 13,5 Prozent
Personalkosten23.300 Euro26.400 Europlus 13,3 Prozent

Der Umsatz ist gestiegen, die Ware aber deutlich schneller. Genau so ein Abstand ist der Anlass, genauer hinzusehen.

Gewinn in der BWA, aber kein Geld auf dem Konto?

Das vorläufige Ergebnis ist kein Kontostand. Tilgungen, Privatentnahmen, die Umsatzsteuer und Ware auf Lager bewegen Geld, ohne das Ergebnis zu verändern. Deshalb kann die BWA Gewinn zeigen, während das Konto leer ist. Welche Teile der BWA dir die Zahlungsfähigkeit zeigen, erklärt der Ratgeber Gewinn in der BWA, aber kein Geld auf dem Konto.

In fünf Minuten durch deine BWA

Wenn die BWA kommt, reichen fünf Fragen in dieser Reihenfolge:

  1. Umsatz: Wie liegt die Gesamtleistung gegenüber dem Vorjahresmonat?
  2. Ware: Wie hoch ist der Anteil des Wareneinsatzes, und heißt die Zeile Wareneinkauf oder Warenverbrauch?
  3. Personal: Wie hoch ist die Personalkostenquote, und passt sie zu den geplanten Schichten?
  4. Betriebsergebnis: Bleibt aus dem Tagesgeschäft etwas übrig, aufgelaufen seit Januar?
  5. Geld: Was sagen statische Liquidität und Kontostand, und steht eine Zahlung ans Finanzamt an?

Drei Warnsignale verdienen sofort eine Nachfrage: Der Wareneinsatz steigt schneller als der Umsatz. Eine Kostenart springt ohne bekannten Grund. Das Betriebsergebnis ist aufgelaufen negativ, obwohl einzelne Monate gut aussehen.

Wo stößt die BWA an ihre Grenzen?

Die BWA entsteht aus deiner Buchhaltung. Diese Buchhaltung ist vor allem für die gesetzlichen Pflichten da: Umsatzsteuer, Steuererklärung und bei größeren Kaufleuten der Jahresabschluss. Für den Blick zurück reicht das. Wer den Betrieb im laufenden Monat führen will, stößt an drei Grenzen.

  • Die BWA kommt spät. Sie zeigt nur, was schon gebucht ist. Den ganzen März siehst du also erst, wenn der April schon läuft.
  • Die BWA zeigt Summen. Gebucht wird eine Lieferantenrechnung mit ihren Beträgen auf Konten, getrennt nach Steuersatz. Artikel, Menge und Einzelpreis stehen in der Buchung nicht, nur im Beleg.
  • Die BWA zeigt keinen Ansatzpunkt. Steigt die Zeile Wareneinkauf, steht dort nicht, ob ein Preis gestiegen ist, eine Menge fehlte oder Pfand offen blieb.

Das liegt nicht an deinem Steuerberater. Für Steuern und Abschluss braucht er diese Tiefe nicht. Ob eine Rechnung inhaltlich zur Lieferung passt, gehört in der Regel nicht zum Buchungsauftrag. Diese sachliche Prüfung bleibt beim Betrieb.

Im Einkauf kommen dabei immer wieder dieselben vier Fälle vor:

  • Ein Lieferant hebt den Preis für einen Artikel an. Die Rechnungssumme wirkt trotzdem plausibel, also wird sie bezahlt.
  • Auf dem Lieferschein stehen acht Kisten, auf der Rechnung zehn.
  • Leergut geht zurück, die Gutschrift dafür kommt nicht.
  • Dieselbe Rechnung kommt per Post und per E-Mail und landet zweimal im Stapel.

Jeder dieser Fälle ist in der BWA nur ein kleiner Teil der Zeile Wareneinkauf. Im Vorjahresvergleich oben ist die Ware um 13,5 Prozent gestiegen. Welcher Teil davon aus solchen Fällen kommt, zeigt erst die einzelne Lieferantenrechnung.

Drei Fragen an deinen Steuerberater

Wenn du deine BWA zum ersten Mal genauer ansiehst, helfen drei kurze Fragen:

  1. Heißt die Zeile bei uns Wareneinkauf, Warenverbrauch oder Wareneinsatz in Prozent?
  2. Werden Rechnungen nach Leistungsmonat gebucht oder nach Eingang, und werden Abschreibungen monatlich gebucht?
  3. Kannst du mir zur BWA den Vorjahresvergleich, die Summen- und Saldenliste und den Wertenachweis mitschicken?

Mit den Antworten weißt du, welche Schwankungen in der BWA aus deinem Betrieb kommen und welche aus der Buchungsweise.

72 Prozent

Mittelsatz des Rohgewinns für Gaststätten in Prozent des wirtschaftlichen Umsatzes. Der Rahmen reicht von 64 bis 80 Prozent.

Quelle: Bundesministerium der Finanzen, Richtsatzsammlung für das Kalenderjahr 2025, Gewerbekennzahlen 56101.0 und 56301.0
28 Prozent

Wareneinsatz von Gaststätten im Mittel, in Prozent des wirtschaftlichen Umsatzes, gerechnet als 100 minus 72 Prozent Rohgewinn. Der Rahmen reicht von 20 bis 36 Prozent.

Quelle: abgeleitet aus BMF, Richtsatzsammlung für das Kalenderjahr 2025, Gewerbekennzahlen 56101.0 und 56301.0
257 Prozent

Mittlerer Rohgewinnaufschlagsatz für Gaststätten, gerechnet auf den Wareneinsatz. Der Rahmen reicht von 178 bis 400 Prozent.

Quelle: Bundesministerium der Finanzen, Richtsatzsammlung für das Kalenderjahr 2025, Gewerbekennzahlen 56101.0 und 56301.0
3 Varianten

So kann die Zeile Wareneinsatz in der DATEV-BWA ermittelt sein: als Wareneinkauf, als genau ermittelter Warenverbrauch oder als Wareneinsatz in Prozent von Gesamtleistung oder Umsatz.

Quelle: DATEV, Hilfe-Dokument 9211626, Informationen zur kurzfristigen Erfolgsrechnung (BWA), Stand 06.08.2026

Welche Software zeigt dir die Wareneinsatzquote auf Einkaufsbasis, bevor die BWA kommt?

RechnungsWächter berechnet Wareneinsatzquote, Kosten nach Art und Einkauf nach Warengruppe aus geprüften Rechnungspositionen, in drei Modi: Einzelmonat, Zeitraum und Vergleich. Die Quote ist auf Einkaufsbasis gerechnet, ohne Bestandsveränderung und ähnlich der BWA-Zeile Wareneinkauf, und erscheint, sobald du den Umsatz des Zeitraums eingetragen hast. RechnungsWächter ist keine Buchhaltung: Die BWA erstellt weiter dein Steuerberater. Rezepturen mit Wareneinsatz je Gericht kommen mit MargenWächter.

RechnungsWächter auf dem Tablet: Dashboard mit den Kosten nach Kategorie und dem Einkauf nach Warengruppe

Häufige Fragen

Was ist eine BWA?

BWA steht für betriebswirtschaftliche Auswertung. Sie fasst die Zahlen der Buchhaltung für einen Monat oder ein Quartal in Übersichten und Kennzahlen zusammen. Ihr Kern ist die kurzfristige Erfolgsrechnung: vom Umsatz über den Rohertrag bis zum vorläufigen Ergebnis. Macht dein Steuerberater die Buchhaltung, bekommst du die BWA von ihm. Sie zeigt Summen aus den Konten, keine einzelnen Artikel, Mengen oder Preise.

Wie lese ich eine BWA?

Von oben nach unten und mit der Prozentspalte daneben. Zuerst Umsatz und Gesamtleistung, dann der Wareneinsatz und der Rohertrag, danach die Kostenarten mit den Personalkosten. Die Spalte % Gesamtleistung zeigt jede Zeile als Anteil an der Gesamtleistung. So vergleichst du Monate, auch wenn der Umsatz schwankt.

Wie sieht eine BWA aus?

Die DATEV-Standard-BWA ist eine Tabelle. Links stehen die Zeilen von den Umsatzerlösen bis zum vorläufigen Ergebnis. Rechts folgen der Monatswert, Prozentspalten für Gesamtleistung, Gesamtkosten und Personalkosten, eine Spalte Aufschlag und dieselben Werte aufgelaufen seit Beginn des Buchungsjahres.

Was bedeutet Wareneinkauf in der BWA?

Heißt die Zeile Wareneinkauf, steht darin, was im Monat an Ware gebucht wurde. Ob die Ware schon verbraucht ist, spielt dabei keine Rolle. Heißt sie Warenverbrauch, ist der Bestand eingerechnet. Heißt sie Wareneinsatz in Prozent, ist der Wert als Anteil angesetzt. Welche Variante du hast, sagt dir dein Steuerberater.

Wo finde ich die Personalkostenquote in der BWA?

In der Zeile Personalkosten, Spalte % Gesamtleistung. Dort steht, wie viel Prozent der Gesamtleistung die Personalkosten ausmachen. Welche Konten in der Zeile stecken, zeigt der Wertenachweis, den dein Steuerberater mit ausgeben kann.

Was ist das Betriebsergebnis in der BWA?

Das Betriebsergebnis ist der betriebliche Rohertrag minus Gesamtkosten. Es zeigt, ob dein Restaurant mit dem eigentlichen Geschäft Geld verdient, vor Zinsen und Erträgen, die nicht zum Tagesgeschäft gehören. Darunter folgen der neutrale Aufwand und Ertrag, das Ergebnis vor Steuern und das vorläufige Ergebnis.

Was bedeutet kumuliert in der BWA?

Kumuliert heißt aufgelaufen seit Beginn des Buchungsjahres. Rechts neben dem Monatswert stehen dieselben Zeilen für Januar bis zum aktuellen Monat, mit denselben Prozentspalten. Die aufgelaufenen Werte gleichen Monate aus, in denen eine Rechnung im falschen Monat gebucht wurde oder wenige Gäste kamen.

Warum ist das Ergebnis in der BWA nur vorläufig?

Weil die BWA den Stand der Buchhaltung zum Auswertungstag zeigt. Abgrenzungen, Abschreibungen und die Bestandsbuchung zum Jahresende können das Ergebnis noch verändern. DATEV empfiehlt für ein genaueres Ergebnis, den Wareneinsatz genau zu ermitteln und Ausgaben monatlich abzugrenzen.

Bring deine letzte BWA und die Lieferantenrechnungen dieses Monats mit. Im Kennenlernen siehst du, welche Preise, Mengen und Pfandpositionen hinter deiner Zeile Wareneinkauf stehen.

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